Fruchbare Erde – Lösungen für den Welthunger und das Überleben der Menschheit

Warum beginne ich meinen Aufsatz mit dieser Überschrift? Warum soll fruchtbare Erde eine Lösung für den Welthunger und das Überleben der Menschheit sein? Nun, in wirtschaftlich problematischen Zeiten wie diesen (ich schreibe diesen Aufsatz im Jahr 2013, der Zeit nach dem Platzen der Wirtschafts-Blase) kommen die Menschen immer wieder auf uraltes Wissen zurück und beginnen damit, sorgfältiger mit ihren Ressourcen umzugehen. Wo es vor zehn Jahren noch hipp und „grün“ war, das Licht im Zimmer auszumachen, wenn man den Raum verließ, da macht man es heute, weil man dadurch pro Jahr vielleicht 100 Euro an Stromkosten spart – ohne sich groß einzuschränken. Oder dass man beim Kauf einer Waschmaschine darauf achtet, dass die Energieeffizienzklasse dann doch vielleicht bei AAA liegt, wodurch man pro Jahr auch wieder 100 Euro einspart und sich die 200 Euro mehr, die man für dieses teurere Gerät auf den Tisch gelegt hat, schon nach zwei Jahren wieder rentiert hat und von da an Jahr für Jahr Geld spart. Ja, in Zeiten wie diesen besinnen sich die Menschen wieder auf alte Tugenden wie Sparsamkeit und Haushalten …

Und hier schlage ich die Brücke zur ganzen Menschheit. Denn wir leben – global gesehen – in einer Zeit der Ausbeutung. Der Mensch beutet die Natur G-N-A-D-E-N-L-O-S aus. Und er merkt nicht einmal, dass der Ast, den er sich absägt, um sich ein Feuer zu machen, genau der sprichwörtliche Ast ist, auf dem er sitzt. Und diese Kurzsichtigkeit greift nicht nur seit ein paar Jahrzehnten um sich. Nein, wenn wir es global betrachten, dann beutet der Mensch die Natur, auf und von der er lebt, schon seit Jahrtausenden aus. Der Chino-Amerikaner John Dennis Liu ist Filmemacher und Ökologe. Er betrachtet in seinen Filmen die Wirkungen, die die menschliche Landwirtschaft und Viehzucht über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren auf die Umwelt und die Natur gehabt hat.

Film Green Gold von John D. Liu

In seinem Film „Lessons Of The Loess“ zeigt er auf, wie das seit Jahrtausenden von Menschen (aus)genutzte Loess Plateau in China sich von der Wiege der Chinesischen Kultur an der Quelle des Gelben Flusses zum ökologischen Sorgenkind der großen Chinesischen Nation entwickelte. Im größten Teil des Filmes zeigt er jedoch, wie die Menschen es mit Unterstützung der Regierung geschafft haben, das Loess Plateau innerhalb von nur fünf Jahren wieder zur restaurieren. Tausende von Jahren der agrokulturellen Misswirtschaft konnte die Natur innerhalb kürzester Zeit wieder ausgleichen, da man ihr die Zeit dazu eingeräumt hat. Von diesem Erfolg tief beeindruckt begann John D. Liu nun, seine Erfahrungen an Menschen in vielen anderen Regionen wie z. B. Ruanda und Äthiopien weiter zu geben.

In seinem neuen Dokumentarfilm „Green Gold“ kommen auch andere Agrarwissenschaftler zu Wort, die klar machen, dass das (Über-)Leben der Menschheit nicht von den Dienstleistungen abhängt, sondern vom Boden. Es gibt hier einen logischen Bruch in der Kausalität: wie kann es sein, dass eine nachgelagerte Tätigkeit höher bewertet wird als deren Grundlage? Wenn es keinen gesunden, fruchtbaren und ertragreichen Boden mehr gibt, dann wird die Menschheit schneller als gedacht aussterben … Es müssen daher Möglichkeiten geschaffen werden, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Und wenn China es innerhalb von nur fünf Jahren schafft, die Lebensgrundlagen von über 120 Millionen Menschen wieder herzustellen und einen Landstrich von der Größe Belgiens wieder ökologisch zu restaurieren, dann können es auch andere Länder schaffen.

Wir in den „gemäßigten Breitengraden“ in Mitteleuropa, Russland und Nordamerika sind mit sehr hohen Niederschlägen und (noch) genügend Waldreserven gesegnet, so dass wir auf jeden Fall immer genug zu essen haben werden, wenn wir unser Land nicht weiter zubetonieren. Der Trend geht zum Glück wieder „zurück zur Natur“ und zur Nachhaltigkeit, von der ich oben ein paar Beispiele genannt habe. Doch gehen wir auch mit unserem Boden gut genug um? Auch bei uns hat der „Produktivitäts-Wahnsinn“ mit jährlichen Steigerungsraten um sich gegriffen – auch in der Landwirtschaft. Aber das kann der Boden nicht leisten. Wenn man den Boden mit künstlichem Dünger und hochgezüchteten Pflanzensorten dazu zwingt, sich zu verausgaben, wird er unfruchtbar werden. Viele Bauern erkennen schon seit einigen Jahren rückläufige Erträge, denen sie mit noch mehr Dünger und noch „besseren“ Pflanzen zu begegnen versuchen. Aber das wird nicht ausreichen. Dem Wahnsinn der ständig wachsenden Produktivität muss Einhalt geboten werden. Die Natur kennt kein „immer mehr“, das kennt nur der Mensch. Die Natur wird – wenn sie denn in Ruhe gelassen wird – immer genug Nahrung produzieren können, damit alle Menschen genug zu essen haben können. Aber dafür muss man die Natur auch wirken lassen und/oder (wie in den o. g. Filmen gezeigt wird) sie dabei „naturrichtig“ unterstützen.

Denn der Mensch ist nicht nur der Auslöser der Probleme, sondern auch ihre Lösung. Hier liegt der wahre Kern des Bibelspruchs „Macht euch die Erde untertan“. Als Gott das zu Adam und Eva gesagt hat, meinte er damit nicht „Beutet die Erde aus“, sondern jemand, der zum Herrscher über etwas anderes (wie hier der Mensch über die Erde/Natur) erhoben wird, steht damit als erstes einer großen Verantwortung gegenüber. So muss auch ein König als erstes darauf bedacht sein, dass es seinen Untertanen gut geht. Wenn es seinen Untertanen gut geht, geht es dem ganzen Land gut. DAS ist die eigentliche Aussage. Und ein weiser und gütiger Herrscher kümmert sich um seine Leute und hört auf ihre Sorgen, Ängste und Nöte und unterstützt sie. DAS müssen wir auch wieder mit der Erde und ihren Möglichkeiten umsetzen. Und das wurde auch in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt.

Bildschirmfoto 2013-06-10 um 13.49.55Das lässt mich nun zum Beginn meiner Überschrift zurück kommen: „Fruchtbare Erde …“ Was bedeutet das? Nun, für mich bedeutet „fruchtbare Erde“ einen Boden, der aus sich selbst heraus, ohne künstlichen Dünger und überzüchtete Pflanzen, genug Ertrag bringt, um die Menschen, die auf ihm und mit ihm leben, gut und nachhaltig zu ernähren. Und in der Vergangenheit hat ein Volk in Südamerika vor den Zeiten der großen Eroberungen dies unter Beweis gestellt und – wenn man den ersten Berichten der Eroberer Glauben schenken mag – damit Hundertausende wenn nicht Millionen von Menschen im Amazonasgebiet ernährt. Doch da stutzt der informierte Leser, denn der Amazonas hat ja auch noch solche netten Beinamen wie „Grüne Hölle“ usw. Und hier, inmitten des Urwaldes, direkt am Wasser sollen Millionen von Menschen gelebt haben? Unvorstellbar! Doch haben jüngste archäologische Ausgrabungen ergeben, dass es durch eine „künstliche Bodenherstellung“ möglich gewesen sein soll, einen fruchtbaren Boden zu erzeugen, der diese Massen an Menschen hat ernähren können. Diese Erde nennt sich „Terra Preta“, auf portugiesisch „Schwarze Erde“. Mehr dazu folgt noch … (hier schon einmal ein paar Informationen dazu: Facebook-Seite „Terra Preta – Schwarze Erde für fruchtbare Gärten„)

Weitere Themen für später:
Die Bedeutung, Erzeugung und Anwendung von Mulch
Wer war Viktor Schauberger und wie können seine Erkenntnisse mir im Garten helfen?
xxx
Und um eins ganz klar zu machen: ich predige hier kein „Zurück zur Natur“ unter Verbannung aller Bequemlichkeiten, die das moderne Leben uns bietet. Ich bin Internet-Unternehmensberater und kann ohne das Internet nicht „leben“, also auch nicht ohne Strom und technische Infrastruktur. Und mit „Leben“ meine ich hier nicht „Überleben“, denn das ist natürlich sicherlich auch ohne Strom und das Internet möglich. Ich spreche von einem angenehmen Leben in einer harmonischen Umgebung ohne Vergiftungen und mit dem Reichtum, den die Natur uns bietet.

Hier der Film „Green Gold“ von John D. Liu:

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.